Schulgebäude
Es war von Anfang an klar, all unsere Bauprojekte nur in gemeinsamer Arbeit mit den Bewohnern des Projektdorfes durchführen zu wollen. Die Menschen müssen sich mit den Bauten identifizieren können, sie schließlich wertschätzen und pflegen. Und das erreicht man sicherlich nicht, wenn man ihnen etwas einfach vor die Nase setzt. Ein altes afrikanisches Sprichwort sagt:
„Wir wollen keine Fische verschenken,
sondern Angeln kaufen!“
Eine Schule zu errichten, war das erste Bauprojekt in unserem Projektdorf Guigobane. Mitten im größten Palmenwald der Welt wollten wir den Kindern, die bislang in ihrer Schulhütte oder unter einem Baum immer mit Matten auf dem Sandboden saßen, bessere Bildungschancen bieten.
2010 schlugen wir zum ersten Mal unsere Zelte in Guigobane auf – auf dem „Schulhof“ übrigens, die Kinder hatten gerade Ferien! Ohne fließendes Wasser und ohne Elektrizität lebten wir mehrere Wochen einträchtig mit den Menschen zusammen. Unser Trinkwasser mussten wir uns in der Stadt besorgen. Die Frauen des Dorfes versorgten uns mit Brennholz – schließlich mussten wir wie die Einheimischen über offenem Feuer kochen.
Was man hierzulande an Baumaterial und Baugerät relativ schnell besorgt hat, ist in Mosambik etwas umständlicher. Jeder einzelne Stein des Mauerwerks muss zunächst gegossen, die Drahtkörbe für die Betonbewehrung gebogen und der Schotter für die Fundamente gekloppt werden. Von der 12-köpfigen Gruppe waren alle beschäftigt. Werkzeug brachten wir aus Deutschland mit.
Und das ganze Dorf half mit: Die Frauen besorgten Wasser für die Baustelle. Die Männer halfen am Bau.
Der wichtigste Stein von allen – zumindest der Stein, der stets am meisten Aufsehen erregt – ist der GRUNDSTEIN.

Hier die Grundsteinlegung zu unserem ersten Schulgebäude mit Baumeister Armando (barfüßig), Maestro Picoco (glatzköpfig) und Mama Joquina (bekopftucht).
„Ebony and Ivory“ kann man da nur sagen, „working together in perfect harmony“, ein gegenseitiges Geben und Nehmen, Staunen und Lernen. So konnte dann mit viel Augenmaß, Geduld und Verständnis schließlich die Schule hochgezogen werden.

Es war vollbracht: Als wir nach vier Wochen die Heimreise antraten, stand der Rohbau!

Es fehlten lediglich das Dach, die Fenster und Türen, der Innen- und Außenputz und der Mast für die mosambikanische Flagge. Aber all dies konnten die Familien, unter Federführung unserer mosambikanischen Partnerorganisation Mahlahle, prima ohne uns bewerkstelligen.
Wieder in good old Germany angekommen, beklatschte man die abenteuerlustigen, ehrenamtlichen Helfer! Eine ungewohnte, aber sehr lohnende Art, seinen Urlaub zu verbringen.


















