Mosambik liegt idyllisch im Südosten Afrikas am Indischen Ozean.
Mit einer Fläche von fast 800.000 km2 ist das Land mehr als doppelt so groß wie die Bundesrepublik, zählt aber mit rund 30 Millionen Menschen weniger als die Hälfte der Einwohner Deutschlands.
Über 2.400 km Küste hat das Land zu bieten, darunter viele traumhafte Sandstrände. Das ist drei Mal die Strecke München-Hamburg. Auch unser Projektdorf Guigobane liegt nur 30 Gehminuten von einem hellen Sandstrand entfernt in einem paradiesischen Palmenwald – man sagt, dass dies sogar der größte zusammenhängende Palmenwald der Welt sei.

Die Hauptstadt Maputo, in der gleichnamigen Provinz im Süden des Landes gelegen, gehört mit knapp 3 Millionen Einwohnern eher zu den kleineren Großstädten Afrikas.
Man spricht in Mosambik ca. 40 verschiedene Sprachen. Die Amtssprache ist Portugiesisch. Die Sprache unserer mosambikanischen Freunde ist BITONGA! „Tzalani enu muazapho!“ heißt beispielsweise: „Wir werden froh uns wiedersehen!“ – dies ist übrigens auch der Titel eines der selbst geschriebenen Lieder unseres Repertoires.
Fast 30 % der Bevölkerung sind – man höre und staune – römisch-katholisch. Hinzu kommen einige Protestanten und Zionisten. Christen bilden damit die größte Religionsgemeinschaft in Mosambik, gefolgt von Muslimen, die man allerdings eher im Norden des Landes, in der Grenzregion zu Tansania, findet. Leider werden die Einwohner dieser Region in letzter Zeit immer häufiger Opfer von Gewalt islamistischer Fanatiker. Naturreligionen existieren natürlich ebenfalls. Häufig schlagen zwei religiöse Seelen in der Leute Brust: die traditionelle Religion der Ahnen und die adaptierte der vermeintlichen weißen Heilsbringer.
In Mosambik zahlt man mit Metical – für Europäer eine zu vernachlässigende Größe: für 1 € bekommt man gleich 75 davon (Stand April 2026). Der Plural ist da schon angebrachter: Meticais (sprich: Metikaisch).
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STREIFZUG DURCH DIE JÜNGSTE GESCHICHTE
Jedoch täuscht die Idylle gerne darüber hinweg, dass Mosambik zu den ärmsten Ländern der Erde zählt. Und daran sind nicht nur die unbarmherzigen Überflutungen schuld, von denen das dafür anfällige Land immer häufiger heimgesucht zu werden scheint. An dieser Stelle seien die letzten Wirbelstürme mit harmlosen Namen und verheerender Wirkung zu nennen: Eline 2000, Flavio 2007, Idai 2019, Kenneth 2019. Übrigens hat die Flutkatastrophe im Jahre 2000 zur Entstehung des Dorfes Picoco geführt, das 7 Jahre später unser erstes Projektdorf werden sollte. Viele Binnenflüchtlinge retteten sich seinerzeit in die Provinz Maputo. Flüchtlingsdörfer entstanden!

Das Schicksal der Kolonialisierung teilen zwar alle afrikanischen Länder. Der Befreiungsprozess der Kolonien ist jedoch in keiner Beziehung einheitlich, so wenig wie es auch die Kolonialzeit selbst war. Bis sich Mosambik von Portugal befreien konnte, gingen fast 500 Jahre ins Land, 500 lange Jahre der Fremdbestimmung, Bevormundung, Diskriminierung und Unterdrückung.
Während sich in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts bereits die ersten Kolonien in Afrika für unabhängig erklären konnten, sollte es in Mosambik noch bis 1962 dauern, bis sich eine Freiheitsbewegung gründete: die Frente de Libertação de Moçambique, kurz: die FRELIMO! Doch es dauerte weitere 13 Jahre, bis Mosambik am 25. Juni 1975 endlich die Unabhängigkeit von Portugal erlangte. Dass nur kurz zuvor in Portugal der portugiesische Diktator samt seiner unbarmherzigen Kolonialpolitik durch die sogenannte Nelkenrevolution zu Fall gebracht wurde, war sicherlich ein willkommener Beschleuniger des Prozesses. Allerdings war die FRELIMO, die plötzlich die Regierungsverantwortung übernehmen musste und schon sehr bald politische Partei wurde, in keiner Weise auf die neue Rolle vorbereitet.
Darüber hinaus war die Tatsache, dass die Portugiesen mutwillig die Infrastruktur zerstört hatten, bevor sie geschlagen und enttäuscht das Land verließen, nicht gerade eine Starthilfe für die unerfahrene Regierung der Einheimischen.
So wurde Mosambik zunächst ein sozialistisches Land, die Volksrepublik Mosambik, mit einem Einparteiensystem und verstaatlichten Betrieben und Institutionen, das von der Sowjetunion unterstützt wurde. Schnell gründete sich eine Widerstandsbewegung, die Resistência Nacional Moçambicana, kurz: die RENAMO, die wiederum von der weißen Minderheitsregierung des Nachbarlandes Rhodesien (heutiges Simbabwe) unterstützt wurde und hauptsächlich aus Rebellen bestand, die noch zur Kolonialzeit auf der Seite Portugals gekämpft hatten.
Ein Bürgerkrieg war vorprogrammiert. Dass dieser allerdings fast 16 Jahre anhalten sollte (1976 – 1992), war zunächst nicht abzusehen. Es dürfte übrigens keine große Überraschung sein, dass die RENAMO in diesem Konflikt auch von der weißen Regierung in Südafrika unterstützt wurde – zu einer Zeit übrigens, als Nelson Mandela noch in Haft war. Und auch in diesem Land ist wie so häufig auf der Welt zu beobachten, dass sich die Weltpolizei USA auf die Seite der Rebellen schlägt, ohne auf die Interessen der Bevölkerung zu schauen. Hauptsache gegen die Sowjetunion! In unserem Projektdorf Guigobane richtete sich die RENAMO übrigens in einem der wenigen Steinhäuser ein und nutzte es als eine logistische Zentrale im Kampf gegen die FRELIMO, wie uns unsere mosambikanische Freundin Joaquina Siquice berichtete. Überflüssig zu erwähnen, dass auch dieser Krieg unnötig war und nur Zerstörung und Leid mit sich brachte, und das nachhaltig. Noch heute leidet Mosambik unter den Folgen diese Krieges.
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NEUANFÄNGE
Doch die Bevölkerung ließ sich nicht entmutigen und startete nach dem sog. Friedensabkommen von Rom einen Neuanfang. Immerhin hatte man sich bereits 1989 von dem marxistischen Staat verabschiedet und durch die Bestrebungen des zweiten Präsidenten, Joaquim Armando Chissanó (FRELIMO), entscheidende Schritte in Richtung Demokratisierung getan. Der wirtschaftliche Notstand und die Armut zwangen den Präsidenten quasi dazu. Das äußerte sich u.a. im Mehrparteiensystem oder der freien Marktwirtschaft. Und in der Tat stellte sich schon sehr bald so etwas wie ein wirtschaftlicher Aufschwung ein.
Doch dann kam es im Jahre 2000 zu der Flutkatastrophe! Sintflutartige Regenfälle fügten Mosambik mehr Schaden zu, als 16 Jahre Bürgerkrieg. Der sich gerade in Ansätzen einstellende Aufschwung wurde quasi weggespült. Kraft und Mut für einen „erneuten Neuanfang“ waren erforderlich.
Bei unserem ersten Besuch im Jahre 2008 waren wir noch ziemlich entsetzt über die Zustände in Mosambik. Besonders die Hauptstadt Maputo, wo wir überhaupt den allerersten Kontakt mit dem afrikanischen Kontinent hatten, bot ein noch sehr deprimierendes Bild. Je weiter man sich allerdings von der Hauptstadt entfernte, zeigte das Land schon ein positiveres Gesicht.
Bei unserem zweiten Besuch, nur zwei Jahre später, stachen selbst in Maputo bereits viele positive Veränderungen ins Auge, wie beispielsweise Bushaltestellen, auffallend weniger Müll, ein Fußballstadion, reparierte oder gar neu geteerte Straßen ohne Schlaglöcher, Tankstellen, … Der einzige Wermutstropfen ist die Tatsache, dass „der Chinamann“ dafür verantwortlich zu machen ist, wie Joaquina Siquice stets verächtlich bemerkte, und diese Verbesserungen von der chinesischen Regierung nicht ganz uneigennützig in die Wege geleitet und finanziert wurden. Die Regierung Mosambiks hat sich in gewisser Weise prostituiert – aber wer sind wir, dass wir uns anmaßen darüber zu urteilen. Selbst in unserem kleinen Saarland macht sich der berechnende Chinamann seit geraumer Zeit erfolgreich breit, und die Regierung frohlockt.
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